Der November ist der dunkelste Monat des Jahres. Er erinnert uns wie kein anderer Monat an die Vergänglichkeit allen Seins. Und da drängt sich förmlich die Frage auf: Was möchte ich im Angesicht des Todes gerne gemacht, wie gelebt haben?  Lebe ich das Leben, das ich mir wünsche? Oder erfülle ich nur die Erwartungen oder Wünsche anderer, spiele verschiedene Rollen – privat, beruflich, als Mutter/Vater, Partner oder Partnerin? Wenn ich mir meine Familie, meine berufliche Entwicklung, meinen Freundeskreis oder meine Partnerschaft anschaue, fühle ich mich wohl, gut aufgehoben und zuhause? Lebe ich in dem Land oder an dem Ort meiner Träume? Der November mit seinen Herbststürmen, die alles wegfegen, was abgestorben ist und ausgedient hat, lädt uns ein, gnadenlos ehrlich zu uns zu sein. Wenn am Ende nur das übrig bleiben würde, was zählt, was wichtig ist, der Kern unseres Seins, wie würde das aussehen? Mit wem würden wir uns umgeben, wie arbeiten, welchen Aktivitäten nachgehen, wo leben? Die Natur im November ist für uns ein Vorbild für das „Loslassen“ all dessen, was ausgedient hat uns unsere Weiterentwicklung bremst. Denn bisweilen stecken wir fest in der Vergangenheit, in Sorgen und Ängsten oder Mustern, die längst nicht mehr zu uns passen. Wir klammern uns an Menschen, Tätigkeiten, materielle Dinge oder Gewohnheiten die uns am Weiterkommen auf unserem Weg zu mehr Einsicht und Weisheit hindern. Der November ist ein geeigneter Monat, um loszulassen, in die Tiefe unseres wahren Selbst zu dringen und um uns leicht und freudig dem Neuem zu widmen. Mit frischer Energie und ohne Ballast.